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Raks Sharki

Wörtlich übesetzt „Tanz des Ostens“, in den westlichen Ländern auch als "Bauchtanz" bezeichnet.
Ursprünglich war der Raks Sharki ein improvisierter Solotanz und wurde zur Unterhaltung von ausgebildeten Tänzerinnen an Herrscherhäusern oder von Tanzmädchen und Tanzknaben in der Öffentlichkeit vorgeführt. Der politische Umbruch Ende 19./Anfang 20. Jh. in Ägypten hatte auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Tanzes. So wurde der Raks Sharki in den neu entstandenen Theatern, Operhäusern und Nachtclubs als Solo- oder Gruppentanz für die Bühne choreografiert und es wurden Elemente aus dem Ballett und anderen Tanzarten integriert.
Typisch für diesen Tanz sind die isolierten Bewegungen des Beckens und der Hüfte, des Oberkörpers, der Schultern und des Kopfes. Arm- und Handbewegungen dienen der Unterstreichung der Tanzbewegungen und dem Gefühlsausdruck. Durch seine weichen schlangenartigen Bewegungen ist der Raks Sharki ein sehr sinnlicher und gefühlsbetonter weiblicher Tanz.
Die Musik ist sehr komplex, oft mit wechselnden Rhythmen und Themen. Die Tänzerin interpretiert die verschiedenen Themen eines Musikstückes mit den jeweils passenden Bewegungen. Im Gegensatz zu den Folkloretänzen sind die Bewegungen diffiziler und abwechslungsreicher.

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Baladi

Baladi bedeutet „vom Land kommend“ oder „ländlich“ und gehört zur ägyptischen Foklore. Der Tanzstil entwickelte sich in Kairo aus Elementen der ländlichen Folkore und dem klassischem orientalischem Tanz.
Baladi-Musik kann schnell oder langsam, melancholisch oder fröhlich, mit oder ohne Gesang gespielt werden. Typische Instrumente sind das Akkordeon und die Darabukka (Tabla).
Die Musik wird von der Tänzerin durch erdige und binnenkörperliche Bewegungen umgesetzt, die Texte mit lebhafter Gestik und Mimik interpretiert.
Eine moderne Form ist der Pop-Baladi, wobei zu ägyptischer Pop-Musik mit westlichem Einfluss getanzt wird.
Das Kostüm besteht aus einer figurbetoneten Galabey mit einem Hüfttuch oder einem langem, elegantem, besticktem Kleid. Als Utensilien können z.B. ein Shamadan (Leuchter) oder ein Baladi-Stock zum Einsatz kommen.

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Saidi

Saidi gehört zur ägyptischen Folkore und stammt aus der Region zwischen Giza und Luxor. Er ist ein Männertanz, typisches Utensil sind ein oder zwei Bambusstöcke.
Es gibt zwei Formen: der El Tahtib - hier präsentieren sich zwei Männer kämpferisch - und der Raks Assaya - hier zeigt ein Mann tänzerisch sein teils akrobatisches Können im Umgang mit einem oder zwei Stöcken.
Der Stocktanz der Frauen ist eine kokette und stark vereinfachte Abwandlung des Raks Assaya.
Typisches Instrument der Saidi-Musik ist die Mizmar (ähnlich einer Klarinette oder Obeo).

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Fantasytänze

Fantasytänze sind eine Erweiterung des Raks Sharki und entstanden in Amerika und Europa. Häufigstes Utensil ist der Schleier. Während eine Tänzerin in Ägypten einen Schleier nur kurz zu Beginn eines Raks Sharki als Präsentationsmittel einsetzt,  erfanden Tänzerinnen in den westlichen Ländern neue Schleierformen und -figuren und kreierten damit eine eigene Tanzform - den Schleiertanz.
Ähnlich verhält es sich mit dem Säbeltanz oder dem Tanz mit Isis-Wings (große flügelähnliche Schleier) etc.
Bei der Musikauswahl, den Kostümen sowie der choreografischen Umsetzung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Spanisch-arabischer Tanz oder Arabic-Flamenco ist eine Fusion aus orientalischem Tanz und Elementen des Flamenco, ein Wechselspiel zwischen weichen, sinnlichen und feurigen, temperamentvollen Bewegungen.

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Zigeunertänze und Gipsy-Fantasy

Als Gipsy- oder Zigeunertänze werden die Tänze der Sinti und Roma, aber auch für die Bühne aufbereitete und Fantasy-Tänze, in denen authentische bzw. traditionelle Elemente mit verwendet werden, bezeichnet.
Aufgrund der Wanderungen und weltweiten Verbreitung der Sinti und Roma sind ihre Tänze und die Musik sehr vielfältig und von verschiedenen Kulturen beeinflusst.
Im Orient ist der Roman oder der Karsilama im 9/8 Takt verbreitetet, in Ägypten gibt es den Ghawazee-Tanz und in Spanien ist der Flamenco der wohl bekannteste Zigeunertanz.
Die Musik ist teils melancholisch, teils feurig und temperamentvoll.
Zum Bewegungsrepertoir gehören Schritte und kleine Hüpfer sowie Bewegungen des Oberkörpers und der Schultern. Im Roman und bei den Ghawazee-Tänzen kommen Hüft- und Beckenbewegungen zum Einsatz.

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Tribal

Tribal wurde in den USA entwickelt. Ausgangsbasis ist der American Tribal Style (ATS), welcher in der Gruppe improvisiert wird. Die Tänzerinnen einer Gruppe bilden einen Stamm, welcher sich durch eigene Kreationen der Kleidung und evtl. Bemalung von den anderen Stämmen unterscheidet.  Die Bewegungen und Kommandos beruhen auf einem Grundsystem, wodurch das improvisieren in der Gruppe und das gemeinsame Tanzen verschiedener Stämme möglich ist.

Eine Weiterentwicklung ist der Tribal-Fusion-Style, bei dem die Basics des ATS mit Elementen anderen Tanzarten (z.B. Break-Dance oder Modern-Dance) gemischt werden. Dadurch entstehen verschiedene Unterarten wie  z.B. Gothic-Tribal, Indian-Tribal, Gipsy-Tribal etc.


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Literaturquellen und -empfehlungen

  • Havva - Eva Maria Marklowski und Sayed El Yoker: Orientalischer Tanz - Folkore und Hoftänze. Verlag ORIENTAL DANCE ART, 1. Aufl. 2003.
  • Khaled Seif Abou Zeid: Musik, Rhythmus & Tanz im Orient. Promonty-Verlag, 1. Aufl. 1999.
  • Barbara Lüscher: Die Geschichte des Orientalischen Tanzes in Ägypten.  Diwan-Verlag Zürich.
  • Nabila Shams El Din: Spektrum orientalischer Tanz. 5. Aufl. 2006.
  • Donald Kenrick: Von Indien bis zum Mittelmeer - Die Wanderung der Sinti und Roma. Hrsg: Centre de recherches tsiganes und Edition Parabolis, 1998.
  • Arzo-Carina Renz: Tribal Signs - Stile und Techniken im Tribal Style Dance. Zauberfeder-Verlag  Braunschweig, 2. Aufl. 2010.

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